Wir sind vier. Vier Frauen. Ein Kleeblatt. Wir leben zwischen Waschmaschine, Schulklassen, Hirnfunktionen, Kirchen und Japan. Wir leben zwischen Fürsorge für andere, Eltern, Kinder, der Hund. Wir verdienen Geld und stehen auf eigenen Füssen, manchmal fester, manchmal wackeliger. Bewegungsfreiheit entfalten wir zwischen Handwerkern, starren Systemen und vielen Unklarheiten und Aufbrüchen. Damit wir die Fürsorge für uns selbst nicht vergessen, haben wir uns.
Aber nicht nur dafür. Unser gemeinsamer Boden heißt Wachstum. Er ist unser Gemeinschaftsbesitz, wir bilden eine Art Gartengemeinschaft: Uns ist jedes Fleckchen Erde recht, ob sandig, aus Ton oder voller Steine, Halbschatten oder sonnig. Solidarisch bestellen wir Pflänzchen, die ans Licht wollen, leuchten Schattenecken aus, graben, um tiefer zu kommen und um Schätze an die Oberfläche zu holen. Wir erweitern die Kompetenzen, mit denen wir systemische Landschaftspflege betreiben, sind innen und außen unterwegs. Die Formen sind tiefe Aha´s, Skalen von eins bis zehn, Tränen der Rührung, offene Fragen und Erinnerungen an uns selbst. Diese Erinnerungen sind oft vergessen, doch die anderen haben sich behalten, wann man stark, weise und bei sich selbst war. Was ist das für ein Glück, wenn dich jemand daran erinnert! Jahr für Jahr trägt der Garten Früchte. Wer hätte das gedacht?
Der gemeinsame Boden heißt Wachstum. Die Arbeitsgeräte sind manchmal scharf und setzen den richtigen Stich, manchen davon sieht man nicht sofort an, wofür sie gut sind, da heißt es ausprobieren. Mal ist Humor im Einsatz, immer Offenheit und ab und zu reicht ein einzelnes Wort: „Touché!“
„You can do hard things“ flüstern wir uns zu und „deine Grenzen sind nicht meine Grenzen“- „2026 ist ein Zwillingsjahr, wusstest du das?“ Die Angst vor der eigenen Stärke können nur die identifizieren, die gerade nicht mit ihrer eigenen Angst beschäftigt sind und deshalb einen klaren Blick über die aufgeworfenen Erdhügel behalten. Manchmal feiern wir Schwellenphasen, und wo der Schmerz darüber noch übermächtig ist, erkennen die anderen schon Muster im Boden: „schau, hier, da ist es wieder, das Muster, kannst du es erkennen? Wir gehen nah ran, beugen uns hinunter: „Woher kennst du das?“, fragen wir dann. Manchmal sind es die Tränen, die als allererstes wissen, was stimmt und was nicht und dann kommt der Kopf nach und nickt….“Puh, richtig. Das habe ich noch gar nicht gesehen“. Ein weiterer Wachstumsring, der sich in einem Lebensstamm bildet und dem wir manchmal beim Großwerden zusehen dürfen. Was für ein Geschenk!
