„The planet sent an invoice. Most governments havent´t opened the envelope“ schreibt das Global Footprint Network heute, am 30. Juli 2026. Mitten in diesen Sommer, in dem in Südeuropa Regionen brennen, Feuerwehren am Rand ihrer körperlichen und mentalen Grenzen dafür sorgen, dass Altersheime evakuiert werden und Touristen einen sicheren Heimweg antreten können, mitten in diesem Sommer, in dem die Kombination aus Unachtsamkeit und zu trockenen Böden verheerende Folgen für Menschen, Tiere und Umwelt führt, fällt der diesjährige Erdüberlastungstag. 

Ab dem heutigen 30. Juli lebt nicht der Planet auf Pump, wie der Titel im SPIEGEL suggeriert, sondern wir Menschen leben auf Pump. Ab heute verbrauchen wir weltweit mehr an Ressourcen,  als die Erde im selben Zeitraum selbst wieder herstellen kann.  

Wenn man den Verbrauch der Ressourcen nach Ländern ansieht, steht Deutschland als Schuldner sehr weit vorne: Bereits am 10. Mai 2026 hat Deutschland seine vom Planeten bereitgestellten Ressourcen verbraucht. 

Mich frustrieren diese Nachrichten. Und gleichzeitig erinnern sie mich daran, dass wir als Bürger:innen und Konsument:innen Einfluss darauf haben, ob sich der Erdüberlastungstag nach vorne oder nach hinten verschiebt. Politisch ist der Ausbau der Erneuerbaren Energien weiterhin wichtig und hat auch sicherheitspolitisch an Bedeutung gewonnen. Das bundesdeutsche Verschieben der Klimaziele und die Förderung der Gasinfrastruktur spricht dagegen. Als Konsument:innen können Einflussmöglichkeiten bei Mobilität, Konsum, Ernährung und Wohnen genutzt werden. In Klimaschutz zu investieren, Biodiversität zu fördern und sich auf die Folgen des jetzt schon  veränderten Klimas einzustellen ist weder Panikmache noch Wohltätigkeit. Der Global Footprint Network Report schreibt: 

„Vorbereitet zu sein ist grundlegendes Eigeninteresse, die gleiche Art von Eigeninteresse, die ein Unternehmen dazu bringt, sein Lager zu überprüfen und zu lagern. Länder, die jetzt Widerstandsfähigkeit aufbauen, indem sie ihre Abhängigkeit von Ressourcen verringern, gleichzeitig in erneuerbare Kapazitäten investieren und die Ökosysteme schützen, die die Ernährungs- und Wassersicherheit untermauern, sind einfach besser in der Lage, die wachsenden Zwänge und damit verbundenen Schocks zu überstehen, die zur neuen Normalität werden. Länder, die dies nicht tun, setzen sich den Unsicherheiten, oder besser gesagt den bestimmten Störungen, der Zukunft aus.“

So gesehen ist nicht der Erdüberlastungstag die größte Herausforderung. Die größte Herausforderung ist die Bedrohung, die entsteht, wenn auf die Überschreitung nicht reagiert wird und vor den vorhersehbaren Konsequenzen die Augen zu verschließen. 

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